Nachkommen von Arso Čurović und Đorđe Ničota legen gemeinsam mit deutschen Schülern einen Kranz am Gedenkkreuz für die Opfer des 6. Dezember 1944 auf dem Friedhof Eversburg in Osnabrück nieder (Foto: Privatarchiv)

Nachkommen verneigen sich vor ihren Vorfahren: Gedenkzeichen für 116 jugoslawische Offiziere in Osnabrück enthüllt — Bericht der Večernje Novosti

Die serbische Tageszeitung Večernje Novosti berichtete über die Enthüllung eines Gedenkzeichens auf dem Friedhof Eversburg in Osnabrück für die 116 königlich-jugoslawischen Offiziere, die beim alliierten Bombenangriff auf das Lager Oflag VI C im Dezember 1944 ums Leben kamen. Unter denen, die ihre Ehre erwiesen, waren 28 Kinder und Jugendliche aus Serbien gemeinsam mit ihren deutschen Altersgenossen — darunter Nachkommen der gefangenen Offiziere.

Die serbische Tageszeitung Večernje Novosti (Autorin: Ljiljana Preradović, 15. Juni 2026) berichtete über die Enthüllung des neuen Gedenkzeichens auf dem Friedhof Eversburg in Osnabrück. Wir zitieren aus dem Bericht: „Auf dem Friedhof Eversburg in der deutschen Stadt Osnabrück war die Enthüllung des Gedenkzeichens für 116 königlich-jugoslawische Offiziere, die beim alliierten Bombenangriff auf das Lager Oflag VI C im Dezember 1944 ums Leben kamen, ein zutiefst bewegender Moment. Achtundzwanzig Kinder und Jugendliche aus Serbien verneigten sich gemeinsam mit ihren Altersgenossen aus dieser Stadt in Niedersachsen vor ihrem Andenken.“

„Unter denen, die den Opfern des Zweiten Weltkriegs die Ehre erwiesen — in einem Lager, in dem rund 6.500 Offiziere der Königlich Jugoslawischen Armee gefangen waren —, war auch der dreizehnjährige Đorđe Ničota aus Belgrad, Urenkel eines der gefangenen Offiziere. Für ihn war, wie er sagte, der Besuch des Ortes, an dem sein Urgroßvater begraben liegt — dessen Namen er selbst trägt —, ein besonderer und bewegender Moment. Diese Begegnung mit der Familiengeschichte hinterließ bei dem jungen Đorđe und seiner Familie einen starken Eindruck. Neben dem Gedenkzeichen, das von Katharina Pötter, der Oberbürgermeisterin von Osnabrück, feierlich enthüllt wurde, legte Milun Čurović aus Novi Sad, Enkel des Gefangenen Arso Čurović, einen Kranz nieder, während sein Cousin Arso Čurović, ebenfalls Enkel dieses Offiziers, aus Podgorica angereist war. Beide waren tief bewegt, dass nach mehr als acht Jahrzehnten die Erinnerung an ihren Großvater bewahrt wird — und dass weder er noch die anderen jemals vergessen werden.“

„Der bewegendste Moment der gesamten Feier war der Auftritt der jüngsten Mitglieder der Gruppe aus Serbien. Unter der Leitung der Lehrerin Zagorka Kričković von der Grundschule ‚Branko Radičević' in Ravno Selo bei Vrbas sangen die Schülerinnen der zweiten und dritten Klasse Marija, Sofija, Neda, Dunja, Greta und Tijana das Lied ‚Tamo daleko'. Beim Klang der Kinderstimmen, die an das Leiden, aber auch an die Würde der serbischen Offiziere erinnerten, die fern ihrer Heimat die schwersten Jahre ihres Lebens verbrachten, konnte keiner der Anwesenden seine Bewegung verbergen.“ Der Bericht beschreibt auch die serbische Trikolore, die den Gästen zu Ehren vor dem Neuen Rathaus in Hannover gehisst wurde, wo Bürgermeister-Stellvertreter Thomas Klapproth einen Empfang ausrichtete — eine Geste, die die Gäste als Zeichen des Respekts und der Freundschaft zwischen den beiden Völkern empfanden.

Der Vorsitzende des Vereins „Hilfe dem jungen Leben“, der Historiker Dr. Željko Dragić, der seit Jahren die Geschichte des Lagers Oflag VI C erforscht, betonte in dem Bericht die Bedeutung der Erinnerungskultur: „Jedes Jahr bringe ich junge Menschen an diesen Ort, weil ich es für unsere Pflicht halte, jene nicht zu vergessen, denen die Freiheit genommen wurde. Diese Offiziere waren fern von ihren Familien, ihr Land war besetzt und zerstört, und sie verbrachten Jahre hinter Stacheldraht. Die Erinnerung an sie ist nicht nur eine Frage der Geschichte, sondern auch eine Frage der menschlichen Würde. Wenn junge Menschen die Vergangenheit verstehen, bauen sie leichter eine friedlichere und bessere Zukunft.“ Unter denen, die ihre Ehre erwiesen, waren auch Radmila Nikolić, Tochter von Vasilije Dakić, den die Besatzungsbehörden 1941 nach Deutschland verschleppten; Branka Životić, Tochter von Svetozar Bjelopetrović aus Primišlje in der Lika, der nach dem Krieg seine Heimat nie wiedersah; und Milena Jazavac Guthof, Tochter von Slavko Jazavac, geboren in Šibine bei Glina, der als Zwangsarbeiter in den Fabriken der Hermann-Göring-Werke interniert war.

Quelle: Večernje Novosti, „POTOMCI SE POKLONILI SENIMA PREDAKA: U Osnabriku otkriveno obeležje za 116 jugoslovenskih oficira zatočenika nemačkog logora“, von Ljiljana Preradović, 15. Juni 2026. Der Originalartikel (auf Serbisch): https://www.novosti.rs/reportaze/vesti/1618280/potomci-poklonili-senima-predaka-osnabriku-otkriveno-obelezje-116-jugoslovenskih-oficira-zatocenika-nemackog-logora

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