Radmila Nikolić, Branka Životić und Milena Jazavac Guthof am Gedenkkreuz für die Opfer des 6. Dezember 1944 auf dem Friedhof Eversburg in Osnabrück

Nachkommen ehemaliger jugoslawischer Kriegsgefangener und Nachkriegsemigranten

Bei der Gedenkfeier in Osnabrück erwiesen Töchter ehemaliger jugoslawischer Kriegsgefangener und Nachkriegsemigranten, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland geblieben sind, ihre Ehre: Radmila Nikolić, Branka Životić und Milena Jazavac Guthof — jede trägt die Geschichte ihres Vaters von Verschleppung, Zwangsarbeit und einer nie wiedergesehenen Heimat in sich.

Von links nach rechts: Radmila Nikolić, Tochter von Vasilije Dakić, geboren 1919 in Banjani in Bosnien. Die deutschen Besatzungsbehörden verschleppten ihn 1941 nach Deutschland. Während des Krieges musste er die schweren Flüchtlingstrecks durch Schlesien, Pommern und Schleswig-Holstein mitmachen. Nach Kriegsende entschied er sich, in Deutschland zu bleiben, wo er seine spätere Ehefrau kennenlernte, die selbst als Flüchtling aus Westpreußen gekommen war.

Neben ihr steht Branka Životić, Tochter von Svetozar Bjelopetrović aus Primišlje in der Lika. Nach dem Krieg sah er seine Heimat nie wieder. Obwohl er während des Krieges der Ljotić-Bewegung angehörte, galt er als Mensch, der Freundschaften mit Personen unterschiedlicher politischer Überzeugungen pflegte und sich sehr aktiv in der serbischen Gemeinschaft in Deutschland engagierte.

Auf dem Foto ist außerdem Milena Jazavac Guthof, die Tochter von Slavko Jazavac. Er wurde am 6. Mai 1922 in Šibine bei Glina geboren. Während des Krieges wurde er nach Deutschland deportiert und als Zwangsarbeiter in den Werken des Unternehmens „Hermann-Göring-Werke“ eingesetzt.

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